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Geschichte: Allgemein


Ein Überblick über die Geschichte der Feuerwehr Ebelsberg

Am 31. Mai 1875 fand die gründende Generalversammlung mit der Wahl des Kommandos statt. Nach monatelangen Besprechungen und Beratungen erstand endlich in Ebelsberg eine Feuerwehr, die, vom Markte Ebelsberg gegründet, den Titel führte:

,,FREIWILLIGE FEUERWEHR DES MARKTES EBELSBERG"

Mit Begeisterung leisteten die Bürger dem Rufe, diesem gemeinnützigen Verein beizutreten, Folge, so daß an diesem Tage 60 Feuerwehrmänner ihren Beitritt erklärten. Zum Kommandanten wurde Josef Breselmayer gewählt. Bereits am 7. Juni 1875 wurde die erste Steigerübung der zehn Mann starken Steigerabteilung abgehalten. Einen Monat nach der Gründung, und zwar am 3. Juli dieses Jahres, empfing die Feuerwehr Ebelsberg mit dem Brand des Gatterbauerngutes in Pichling ihre Feuertaufe. Bei einem Großbrand in der Aktienspinnerei in Kleinmünchen am 18. Mai 1877 zeichnete sich unsere Feuerwehr derart aus, daß sich der Zentralausschuß der oberösterreichischen Feuerwehren bewogen fand, der Feuerwehr Ebelsberg ein Anerkennungsdiplom auszustellen. Erwähnenswert wäre, daß am 6. Februar 1876 der erste Feuerwehrball in Ebelsberg abgehalten wurde.
Am 22. Juni 1879 verzeichnet die Chronik einen großen Brand in Ebelsberg, bei dem sechs Objekte niedergebrannt sind. Hiezu erschienen die gesamten Nachbarfeuerwehren.
Bei der am 3. Juli 1881 abgehaltenen siebenten Generalversammlung wurde der Zwist, der zwischen der Gemeindevertretung Ebelsberg und dem Feuerwehrkommando bestand, endlich geschlichtet, indem sich die Feuerwehr des Marktes Ebelsberg freiwillig auflöste und eine neue Feuerwehr der Gemeinde Ebelsberg sich bildete.
Am 5. Dezember 1894 wurde der Beschluss gefasst, für Landbrände eine dreiteilige Anstellleiter in der Höhe von zwölf Metern anzuschaffen und dieselbe am Mannschaftswagen unterzubringen.
Am 15. März 1896 wurde in Pichling eine Feuerwehrversammlung mit dem Zweck abgehalten, in diesem Dorf eine Filiale der Feuerwehr Ebelsberg zu errichten. Es waren jedoch sämtliche Bemühungen umsonst.
Bei der Kommandositzung am 20. März 1896 wurde beschlossen, eine Spritze mit einer Leistungsfähigkeit von 280 bis 300 Liter Wasserförderung pro Minute und einer Wurfweite von 30 bis 34 Metern anzukaufen, und es wurde eine zweistrahlige fahrbare Spritze um den Betrag von 1600 Kronen in Auftrag gegeben. Bereits am 10. Mai konnte nach eingehender Prüfung diese Spritze übernommen werden.
Im 21. Vereinsjahr 1895 gehörten der Feuerwehr an wirklichen Mitgliedern insgesamt 80 Männer an.
Am 26. November 1897 beschloss man die Anschaffung einer zweiten Schiebeleiter in der Höhe von 15 Metern, die bereits am 9. Mai 1898 von Herrn Rosenbauer übergeben wurde.
Am 7. Feber 1898 war ein Festabend anläßlich der Überreichung der Anerkennungsdiplome von seiten des Statthalters von Oberösterreich an die Feuerwehr und an den damaligen Kommandantenstellvertreter Josef Penz für deren erfolgreiche, tatkräftige Hilfeleistung anläßlich der Hochwasserkatastrophe Ende Juli 1897, wo die Feuerwehr 48 Stunden ununterbrochen im Einsatz stand. Am 22. Mai 1898 erfolgte die Übergabe des neuen, geräumigen Depots an der Bundesstraße 1. Die mit 69 Mann ausgerückte Feuerwehr nahm vor dem Depot Aufstellung, worauf der Bürgermeister Herr Wessely im Beisein des Gemeindeausschusses dem Kommandanten der Feuerwehr, Herrn Scharinger, mit herzlichen Worten die Schlüssel zum Depot übergab. Am 22. November 1898 war die Beschlußfassung, eine Sanitätsabteilung zu errichten. Einen Tag darauf begann bereits der erste Sanitätskurs unter der Leitung des Korpsarztes, Herrn Dr. Knitel.
Bei der Monatsversammlung am 22. Oktober 1899 wurde einstimmig die Errichtung einer Wasserwehr beschlossen.
Im Jahre 1900 wurde die alte Schiebeleiter verkauft und dafür eine zweite moderne Schiebeleiter mit einer Höhe von 15 Metern um 680 Kronen von der Firma Rosenbauer erworben. Am 8. April 1900 wurden die Sanitätskurse abgeschlossen und aus diesem Anlaß dem Leiter der Sanitätsabteilung, Herrn Dr. Knitel, vom Bürgermeister und vom Feuerwehrkommando höchstes Lob für seine erfolgreichen Bemühungen ausgesprochen. Kurz danach wurde neuerlich beschlossen, in Pichling eine Feuerlöschrotte zu errichten. Am 19. August 1900 wurde endlich die Feuerwehrfiliale Pichling gegründet. Aus Anlaß des 2sjährigen Gründungsfestes am 7. Juli 1900 wurde die vom Kommandantenstellvertreter Josef Penz verfaßte Gedenkschrift in der Öffentlichkeit verteilt.

Am 20. August 1901 wurde ein zweiteiliger Ponton für die Wasserwehr Ebelsberg übernommen. Die Anschaffung eines neuen Mannschafts- und Rüstwagens mit Pferdebespannung wurde im Dezember 1901 beschlossen, die Übernahme war am 5. Mai 1902.
Am 21. Februar 1904 brach um 21.45 Uhr im Stallgebäude des Bräuhauses in Ebelsberg ein Brand aus. Mit zwei Schlauchlinien griff die Feuerwehr Ebelsberg sofort an und es gelang ihr, das sehr gefährdete Kaufmannshaus Denkmayer zu retten. Um 2 Uhr morgens stürzte das Stallgewölbe ein und mit ihm fielen 16 Ebelsberger Feuerwehrmänner in die Tiefe. Zum Glück erlitten nur drei Mitglieder Verletzungen. Die ganze Nacht mußte die Feuerwehr Ebelsberg arbeiten, um die mit dem Gewölbe abgestürzten Fuhren Heu, die immer wieder zu brennen begannen, abzudämpfen und wegzuräumen. Um 8 Uhr morgens rückte die Feuerwehr ein. Der Brand wurde von einem im Bräuhaus bediensteten Tagelöhner gelegt.
Bei der Kommandositzung am 20. April 1906 wurde einstimmig beschlossen, die im Jahre 1901 gegründete Musikkapelle wegen schwerer finanzieller Notlage und wegen Mitgliederschwundes aufzulösen.
Bei der 33. Generalversammlung am 24. Feber 1907 wurde Josef Penz zum Ehrenhauptmanne der Feuerwehr Ebelsberg ernannt, welcher am 1.3.1910 zum Kommandanten gewählt wurde. Josef Penz führte dann die Wehr bis zum Jahre 1940. Im Vereinsjahr 1906 gehörten der Feuerwehr an wirklichen Mitgliedern die beachtliche Zahl von 102 Mann an.
Ein großes Marktfeuer entstand am 7. Juli 1907. Um 10 Uhr vormittags brach aus ungeklärter Ursache ein Brand im Gasthaus ,,Zum Löwen" aus, der sofort auch auf das nebenstehende Gasthaus ,,Zum Engel" übergriff. Bei starkem Westwind waren binnen weniger Minuten beide Schindeldächer in Flammen gehüllt und drohten auch die Hintergebäude und Nebenhäuser zu erfassen. Nur dem energischen Eingreifen der Ortswehr und der Nachbarwehren (unter ihnen die Feuerwehr der Stadt Linz, welche eine Dampfspritze einsetzte) gelang es, diesen gefährlichen Brand zu lokalisieren.
Am 21. Mai 1908 wurde der Kranken- und Rettungswagen mit Pferdebespannung übernommen.
Am Freitag, den 31. Juli 1914, wurde um 20.15 Uhr auf dem Marktplatz in Ebelsberg unter Hornsignalen die allgemeine Mobilisierung in Österreich bekanntgegeben (1. Weltkrieg>. Am 3. Dezember 1914 wurde über Anregung der Rettungsabteilung Ebelsberg im Gasthaus Passian in Ebelsberg eine Pflegestätte vom Roten Kreuz errichtet, in der 80 Betten aufgestellt wurden und in der ungezählte verwundete und kranke Soldaten Heilung fanden. Zum administrativen Leiter dieser militärischen Pflegestätte wurde Kommandant Josef Penz bestellt, zum ärztlichen Leiter Dr. Babnik.
Der Bau einer neuen Benzinmotorspritze bei der Firma Rosenbauer um 6200 Kronen wurde am 5. Feber 1915 beschlossen.
Am 4. November 1918 erfolgte eine Hilfeleistung der gesamten Ebelsberger Rettungsabteilung anläßlich eines schweren Zugszusammenstoßes im Bahnhof Kleinmünchen.

Im Feber 1924 kam man zu dem einstimmigen Beschluß, ein von der Firma Zehetner und Leischko offeriertes 45 PS starkes Personenauto, nach der fachmännischen Prüfung der Ingenieure Rosenbauer und Eisenbeiß sehr geeignet zum Umbau für ein Mannschaftsauto, um den Preis von 44 Millionen Kronen anzukaufen.

Am 31. Mai 1925 wurde im Feuerwehrdepot die Gedenktafel für die im ersten Weltkrieg gefallenen 15 Kameraden enthüllt, und am 18. und 19. Juli dieses Jahres wurde das 50jährige Gründungsfest der Feuerwehr Ebelsberg abgehalten.
Am 17. März 1927 brach um 22.30 Uhr im Waldbotengute, Ortschaft Wambach, ein Großbrand aus, der durch den anfänglich bestandenen Wassermangel erst um 4 Uhr früh gelöscht werden konnte.
In einer Kommandositzung am 16. Oktober 1927 wurde einstimmig beschlossen, ein Steyrer Rettungsauto um 16.500 Schilling anzukaufen, welches am 30. Oktober bereits von der Feuerwehr Ebelsberg übernommen wurde. Der alte Rettungswagen mit Pferdebespannung, der nahezu 20 Jahre im Dienst stand, wurde im März 1928 an die Feuerwehr Pasching verkauft.

Am 23. Juli 1932 war die Übernahmefeier des neuen Autolöschzuges der Type Perl. Dieser Tag der offiziellen Übernahme dieses Fahrzeuges bedeutet einen Markstein im Werdegang der Feuerwehr Ebelsberg.

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Autolöschzug der Type PERL, Bj. 1932

Am 13. Juli1935 verunglückte auf der Bundesstraße 1 ca. einen Kilometer unterhalb der ehemaligen Haltestelle Pichling der Florianerbahn der damalige Bundeskanzler Dr. Kurt Schuschnigg mit seinem Auto schwer. Bei diesem Unfall wurde die Frau des Bundeskanzlers, Herma von Schuschnigg, getötet. Die Ebelsberger Rettungsabteilung mit ihrem Korpsarzt, Medizinalrat Dr. Achleitner, leistete den Schwerstverletzten erste Hilfe. In allen österreichischen Zeitungen wurde die Ebelsberger Rettungsabteilung mit höchstem Lob bedacht. Frau Herma von Schuschnigg wurde bis zur Überführung nach Linz in der Leichenhalle in Ebelsberg aufgebahrt. An der Unglücksstelle wurde ein Marterl errichtet, das bis heute erhalten geblieben ist.In der Folgezeit wurden die Feuerwehren mit dem Luftschutz betraut, die Schulungen wurden in Hinsicht auf Fliegerangriffe und Gasangriffe durchgeführt, um in solchen Fällen der gesamten Bevölkerung Hilfe gewähren zu können.
Am 7. April 1936 erfolgte die 2OOOste Ausfahrt der Ebelsberger Rettungsabteilung.

Durch den Anschluß Österreichs an Deutschland im Jahre 1938 wurden vorübergehend sämtliche Versammlungen der Vereine, u. a. auch die der Feuerwehr, verboten. In der außerordentlichen Generalversammlung am 25. April 1938 wurde die Auflassung der Freiwilligen Feuerwehr Ebelsberg als Verein beschlossen, und gleichzeitig erfolgte die Konstituierung zur öffentlich rechtlichen Körperschaft. Auf Weisung der oberösterreichischen Landeshauptmannschaft vom 2.7.1938 hatten sich sämtliche Feuerwehren eines Gemeindegebietes zu einer Feuerwehr zu vereinigen. Daraufhin erfolgte am 20. Juli wiederum eine außerordentliche Generalversammlung, die den Zweck hatte, den Zusammenschluß der beiden bisher selbständigen Feuerwehren Ebelsberg und Pichling zu vollziehen. Der bisherige Wehrführer Josef Penz brachte die ergangenen Weisungen über den Zusammenschluß zur Kenntnis, worauf der Bürgermeister Dr. Franz Proschko Hans Hauptmann kommissarisch zum Wehrführer bestellte. Der Bürgermeister dankte Herrn Penz für seine Tätigkeit im Dienste der Feuerwehr durch 47 Jahre. Am 1. September1938 wurde von Dr. Proschko anstelle von Hans Hauptmann Herr Josef Mitterbauer zum Wehrführer ernannt.
Im Jänner 1939 wurde die Gemeindefeuerwehr Ebelsberg als 5. Löschzug der Stadtfeuerwehr Linz eingegliedert.
Am 25.1 1939 wurde wiederum der ehemalige Wehrführer Penz zum Oberbrandmeister des 5. Löschzuges Linz, Feuerwache Ebelsberg, bestellt. Mit der Führung des gesamten Feuerwehrwesens in Linz wurde Ing. Döttlinger betraut.
Nach dem Zusammenbruch bzw. nach dem Kriegsende wurde die Zeugstätte völlig ausgeplündert. Das Löschfahrzeug Perl konnte erst nach einigen Wochen durch Zufall wieder entdeckt werden und wurde von Haid bei Ansfelden in die Zeugstätte rückgeführt. Die anderen Ausrüstungs- und Bekleidungsgegenstände konnten größtenteils nicht mehr zustandegebracht werden.

1946 waren vier Brandfahrten. Im Jahre 1947 waren ebenfalls vier Brandeinsätze zu verzeichnen, und zwar am 17. Mai ein Dachstuhlbrand in der ehemaligen SS-Kaserne in Ebelsberg, am 24. Mai in der Kunstmühle der Kleinmünchner AG., am 31. Juli eine Brandfahrt nach Pichling, und im Herbst ein Scheunenbrand in Posch. Es war nahe daran, daß die Freiwillige Feuerwehr Ebelsberg zu bestehen aufgehört hätte, wenn nicht der nachmalige Kommandant Ludwig Nöhmayer und sein Stellvertreter Franz Pilz im Jahre 1948 die Initiative zur Weiterführung ergriffen hätten. Von diesem Zeitpunkt an ging es wieder aufwärts mit der Wehr. Nach und nach wurden wieder Bekleidungsgegenstände von der Gemeinde Linz zur Verfügung gestellt und außerdem wurde zusätzlich zum Leichten Löschfahrzeug Perl ein Schweres Löschfahrzeug der Type Mercedes LF 15 bereitgestellt und das Schlauchmaterial wieder aufgefüllt. In diesem Jahr wurde auch wiederum mit den Übungen begonnen. Die Übungen bezogen sich besonders auf brandgefährdete Objekte im Gemeindegebiet von Ebelsberg, wie z. B. die Wohnlager 114 und 115 und auf landwirtschaftliche Objekte mit schwieriger Löschwasserförderung, wie z. B. das Waldbotengut in Wambach.
Am 29. April 1950 mußte ein Großfeuer, das die beiden Bauernhöfe Huber und Prunner in Wambach erfaßt hatte, bekämpft werden. Bei diesem Brand bestand große Gefahr, daß noch mehr Bauernhöfe in dieser kleinen Ortschaft ein Raub der Flammen geworden wären, da ein äußerst starker Westwind ging. Um diesen Brand gänzlich löschen zu können, mußte unsere Feuerwehr noch zweimal ausrücken.
Das Jahr 1951 begann würdig mit der Auszeichnung von Feuerwehrmännern für 4ojährige bzw. 25jährige Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr Ebelsberg im Rathausfestsaal in Linz.
Am 12. Jänner 1951 fand im Gasthaus Leeb in Ebelsberg der erste Feuerwehrball nach dem 2. Weltkrieg statt. Damit wurde an die alte Tradition wieder angeknüpft, die bis heute besteht. Seit diesem Jahr wurden auch von den Feuerwehrmitgliedern wieder laufend Schulungskurse in der oberösterreichischen Landesfeuerwehrschule besucht.
In der Folgezeit war das Jahr 1954 ein Jahr der besonderen Bewährung für unsere Feuerwehr. Durch das katastrophale Hochwasser, das die Katastralgemeinden Anger, Au, Oiden, Posch, Schwaigau und auch Traundorf stärkstens betroffen hat, kamen viele Bewohner dieser Ortsteile in arge Not. Unsere Wehr konnte diesen Betroffenen helfen, indem oft im letzten Augenblick Personen, Tiere sowie Hausrat auf trockenes Land gebracht wurde. Brandeinsätze waren in diesem Jahr zwei zu verzeichnen, und zwar brannte im November das Fuchsengut in Kleinmünchen und am 23. Dezember brach in den frühen Morgenstunden ein Brand in der Tischlerei Zauner in Ebelsberg aus.

Eine besondere Feierlichkeit wurde am 19. Juni 1955 begangen. Zu Ehren des ehemaligen Kommandanten Josef Penz wurde eine Gedenktafel, welche von der Stadtgemeinde Linz gestiftet wurde, enthüllt. Der Vertreter der Stadt Linz, der damalige Bezirkskommandant Senatsrat Dipl.-Ing. Sautner, würdigte in schlichten Worten die unvergänglichen Verdienste, die sich Penz als Kommandant um den Aufbau und Ausbau der Freiwilligen Feuerwehr Ebelsberg erworben hatte.
Am 29. März 1956 brach im Gasthaus ,,Zum Schwarzen Bock" ein aufsehenerregender Brand aus.
Im Jahre 1957 ist ein Großbrand der Tischlerei Czaba an der Wiener Reichsstraße, ein Waldbrand im Forstholz des Stiftes St. Florian sowie der Brand des Kesselhauses im Fliegerhorst Hörsching erwähnenswert.
Am 21. Juni 1958 zogen um 13.15 Uhr dichte Rauchschwaden über den Linzer Stadtteil Kleinmünchen. Im Meierhof der Kleinmünchner Spinnerei war ein Brand ausgebrochen, dem der Dachstuhl und 80 Fuhren Heu zum Opfer fielen. Am 2. August mußten die Linzer Feuerwehren während eines Sturmes insgesamt fünfzig Mal ausrücken. Unsere Feuerwehr war in der Sommerstraße in Kleinmünchen eingesetzt, wo der Sturm Teile von Wohnblockdächern bis zu 300 Meter weit weggeschleudert hatte.

Im Jahre 1959 übernahm Ing. Hans Reisinger die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Ebelsberg. Die Wehr hatte zu diesem Zeitpunkt 26 aktive und 13 altgediente Mitglieder. An Geräten standen der Feuerwehr das Leichte Löschfahrzeug Perl, das Schwere Löschfahrzeug LF 15, zwei Tragkraftspritzen sowie eine Einbaupumpe mit 1500 Minutenlitern Wasserförderung zur Verfügung. Ein Feuer, das katastrophalen Schaden mit sich hätte bringen können, brach am 21. Oktober 1961 abends im Silogebäude der Stroblmühle aus. Um etwa 19 Uhr entdeckten Mühlenbedienstete, daß aus der Aufzuganlage des Silos Rauch und Flammen schlugen. Unverzüglich wurden alle verfügbaren Kräfte zur Brandbekämpfung mobilisiert, wobei die eigenen Hydranten der Stroblmühle verwendet wurden. Die Flammen züngelten durch den hölzernen Aufzugschacht des Silogebäudes bis hinauf zum Triebwerksraum unter dem Dach. Unsere Wehr sowie die Wehren Pichling, Freindorf und die Linzer Berufsfeuerwehr waren an der Bekämpfung dieses Brandes beteiligt, der gegen 20 Uhr gelöscht war. Bei diesem Brand erwies sich die Drehleiter der Linzer Feuerwehr als besonders wirksam, da sich das Hauptbrandgeschehen in großer Höhe direkt unter dem Dach abwickelte. Durch den gezielten Einsatz der Feuerwehren wurden Sachwerte von rund 20 Millionen Schilling gerettet, denn der Silo war bis obenhin mit Tausenden Tonnen Getreide gefüllt, das nahezu unversehrt blieb.

Im Jahre 1962 waren zwölf Brandausfahrten zu verzeichnen, und zwar vier Großbrände, darunter zwei Bauernhäuser.
Im Jahre 1963 wurde uns endlich als Ersatz für das alte Löschfahrzeug LF 8, Type Mercedes, ein nagelneues Leichtes Löschfahrzeug Marke Opel mit einer VW-Tragkraftspritze übergeben. Die feierliche Übernahme bzw. Weihe des Fahrzeuges fand im Beisein zahlreicher Ehrengäste, unter ihnen Bürgermeister Aigner, Stadtrat Wurm und Stadtrat Fechter als Referenten der Linzer Feuerwehren, Baudirektor Sarley sowie Branddirektor Dipl.-Ing. Sautner, am 21. September statt. Die zu diesem Anlaß durchgeführte Schauübung fand großen Anklang bei Ehrengästen und Zuschauern.

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LLF 8, Opel Blitz, Bj.1963; LF15, Mercedes, Bj. 1942

Mit einem Großfeuer in Ebelsberg begann das Jahr 1964, einen Tag vor unserem traditionellen Feuerwehrball. Am 3. Jänner brannte um 20 Uhr der wohl größte Vierkanthof im Stadtgebiet, der Stöttingerhof in Gottschalling. Im Zuge des deutschen Jugendfeuerwehrtages in Bonn wurden freundschaftliche Bande mit der Freiwilligen Stadtfeuerwehr von Westerholt in der Deutschen Bundesrepublik geschlossen, die bis zum heutigen Tage gepflegt werden. Ein Besuch unserer Wehr in Westerholt wird wohl den damaligen Teilnehmern durch den überaus herzlichen Empfang und die überwältigende Gastfreundschaft unvergessen bleiben.
Beim Brand am 12. September1965 im Bauernhaus Daxperger im Linzer Stadtteil St. Magdalena war unsere Wehr zwölf Stunden lang im Einsatz.
Am 7. November 1967 stürzten in den Traunauen bei St. Martin zwei Düsenjäger des Jagdbomber-Geschwaders Hörsching ab. Unsere Wehr wurde zur Brandbekämpfung bzw. zu Aufräumungsarbeiten herangezogen.
Im Jahre 1968 waren insgesamt 12 Brandbekämpfungsaktionen, davon drei Großbrände und zwei Katastrophenhilfsdiensteinsätze. Wie üblich waren unter diesen Einsätzen wiederum Brandbekämpfungsaktionen am Müllabladeplatz der Stadtgemeinde Linz in Asten. Es vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht einige Male unsere Feuerwehr viele Stunden lang in dieser stinkenden ,,Müllandschaft" im Einsatz steht. Der größte Brandeinsatz, der bei unserer Feuerwehr zwei Schwerverletzte und zwei Leichtverletzte forderte, war am 30. Mai in der Wegscheider Farbenfabrik.

Das Jahr 1970 stand für die Feuerwehr im Zeichen des größten Schadenfeuers seit Ende des 2. Weltkrieges: Der Großbrand am 12. November im Stadtteil Urfahr, bei dem die Holzwerke Schaffer komplett vernichtet wurden. Der Brand brach um die Mittagszeit aus. Das Großfeuer mitten im Herzen von Urfahr machte die Evakuierung von benachbarten Bewohnern notwendig, zumal bereits ein nahe dem Brandplatz gelegener Gemeindebau vom Feuer erfaßt wurde. Der Rauchpilz dieses gewaltigen Brandes war weit ins Land hinaus sichtbar. Der angerichtete Schaden wurde mit 25 Millionen Schilling beziffert. Unsere Wehr war mit beiden Löschfahrzeugen von 13 Uhr bis 7Uhr früh des nächsten Tages bei der Bekämpfung des Feuers eingesetzt. Im Jahre 1970 wurde als erstes Fahrzeug unserer Feuerwehr das Leichte Löschfahrzeug Opel mit einem mobilen Funkgerät ausgestattet.
Das wohl schwerste Autobahnunglück im Bereich von Linz ereignete sich am Samstag, dem 23. Jänner 1971, knapp zehn Stunden vor unserem Feuerwehrball: auf der Autobahnbrücke über die Wambacherstraße kollidierte ein mit 58 Schülern besetzter Autobus mit einem Lkw-Zug und wurde dabei auf einer Seite bis zur Mitte aufgerissen. Das Ergebnis waren drei tote Professoren und neun schwerverletzte Kinder, die teilweise aus dem Unfallwrack von der Feuerwehr herausgeschweißt werden mußten. Schuld an diesem Unfall und Schuld an einer Massenkarambolage, an der 102 Autos beteiligt waren, war der starke Nebel, der zu dieser Zeit im Gebiet von Ebelsberg die Sicht auf kaum zehn Meter einschränkte. 7 Rettungsautos des Roten Kreuzes, die Linzer Berufsfeuerwehr, die Freiwilligen Feuerwehren Ebelsberg und Pichling sowie Einsatzfahrzeuge der Exekutive und der Autobahnmeisterei waren eingesetzt. Seit Jänner 1972 beteiligten sich Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ebelsberg am Telefondienst im Landesfeuerwehrkommando, der den Zweck hat, auch an Sonn- und Feiertagen bzw. nach Dienstschluß der Bediensteten des oberösterreichischen Landesfeuerwehrkommandos bei Elementarereignissen im Raume von Oberösterreich den Landeskatastrophenhilfsdienst zu mobilisieren.

Die Einsätze mehren sich seit dem Jahre 1970 ständig. Im Jahre 1973 wurden bereits über 30 Ausfahrten verzeichnet. Der wohl größte Brand in diesem Jahr spielte sich am 23. November auf der Autobahn in der Nähe der Florianer Straße ab, als ein Tankwagenzug, beladen mit Superbenzin, durch einen Zusammenstoß umstürzte und in Brand geriet. Auf der Autobahn war die Hölle los. Durch die riesige Hitzeentwicklung begann der Asphalt zu brennen, das brennende Benzin ergoß sich in die Kanalschächte, und große Brandgefahr bestand durch die Strahlungshitze für den angrenzenden Wald. Mit Schaumlöschgeräten wurde dem Brand zu Leibe gerückt. Die Alarmierung unserer Wehr erfolgte um ca. 3Uhr früh und unsere Männer waren noch bis in die Abendstunden mit Aufräumungsarbeiten und Sicherungsarbeiten beschäftigt.
Durch die Auflassung des Polizeisicherheitswachpostens Ebelsberg wurden die Räumlichkeiten im oberen Stockwerk der Zeugstätte unserer Feuerwehr zur Verfügung gestellt. In unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden durch Mitglieder unserer Feuerwehr wurde die Zeugstätte bzw. die erwähnten Räume umgebaut und damit den heutigen Erfordernissen einer Feuerwehr angepaßt. Somit stehen uns heute eine Toiletteanlage, ein Waschraum und ein Schulungsraum zur Verfügung.
Durch den Ausbau des Feuerwehrfunknetzes in Linz gelang es, die Sirene, die bisher von der Polizei bzw. nach Auflassung des Wachpostens von Feuerwehrmännern betätigt werden mußte, über Funk durch die Feuerwehrzentrale der Linzer Berufsfeuerwehr auszulösen.

Im Juni 1975 feierte unsere Wehr das 100jährige Gründungsjubiläum. Festakt und Schauübung unter dem Motto ,,Feuerwehr einst und jetzt" am Ebelsberger Fadingerplatz gestaltete sich zu einem einzigartigen Volksfest für die Ebelsberger Bevölkerung. Die herausgegebene Festschrift war binnen kurzer Zeit vergriffen!

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Historische Schau zum 100jährigen Gründungsjubiläum

Drei Wochen später wurde der FF Ebelsberg bei einem fast einwöchigen Hochwassereinsatz einiges abverlangt.
Zur Sicherstellung des Feuerwehrnachwuchses wurde wiederum eine Jugendgruppe ins Leben gerufen, welche erstmalig an einem Feuerwehrjugendlager in Helfenberg und 1977 in Feldkirchen teilnehmen konnte. Ein trauriges Ereignis erschütterte Oberösterreichs Wehrmänner im März 1976.7 Jugendfeuerwehrmänner kamen bei einer vom oö. Landesfeuerwehrkommando organisierten Schiwoche in Castelfeder/Südtirol beim Seilbahnabsturz in Cavalese ums Leben. Einer davon war unser Jungfeuerwehrmann Martin Hollnsteiner.

Durch Austausch des alten Tanklöschfahrzeuges auf ein Tankfahrzeug 4000, in dem nur 3 Mann Platz hatten, war
der Ankauf eines ausgeschiedenen Rot-Kreuz-VW-Busses als Mannschaftstransportfahrzeug aus eigenen Mitteln notwendig.
Ende des Jahres 1979 wurde das alte Löschfahrzeug LF-8 durch ein modernes LF-B ersetzt.
Das Jahr 1980 begann mit einem Großbrand der Ringbrotwerke in Urfahr. Wie die Folge zeigte, war es nicht der letzte Einsatz in dieser Brotfabrik. Der Beginn des neuen Jahrzehnts bescherte der FF Ebelsberg endlich die jahrelang geforderten 3 Schweren Atemschutzgeräte.
1981 mußten wir uns von unserem langjährigen, verdienstvollen Referenten der Linzer Freiwilligen Feuerwehren, Herrn Stadtrat Hugo Wurm, für immer verabschieden. 1982 folgte ihm unser Ehrenkommandant Ludwig Nöhmayer nach.
Ein voller Erfolg, mit über 1000 Besuchern, wurde uns durch Mitwirkung aller Feuerwehrkameraden und deren Frauen, sowie durch Unterstützung des Roten Kreuzes Linz, beim 1. Ebelsberger Schloßfest zuteil. Der Reinerlös dieser Veranstaltung wurde zum Ankauf eines neuen Mannschaftstransportfahrzeuges als Ersatz für den VW-Bus verwendet. Das neue MTF erhielt im Zuge der Florianifeier 1983 seine Weihe.
Die 80er Jahre zeigten ein stetiges Ansteigen der Einsätze. Es wäre müßig, die Brandeinsätze, technische Hilfeleistungen bei Naturkatastrophen und Verkehrsunfällen, Menschen und Tierbergungen, Hochwassereinsätze, Brandsicherheitsdienste usw. einzeln anzuführen.
Und so, ganz neben diesen Tätigkeiten, hat unsere FF Ebelsberg auch ihr 110. Gründungsjahr erreicht. Mit Totengedenken, Festgottesdienst, Festakt und Tag der offenen Tür mit Frühschoppen, wurde Mitte Juni 1985 dieses Fest gemeinsam mit der Ebelsberger Bevölkerung gefeiert. Zu diesem Jubiläum wurde für die Feuerwehrkameraden eine große silberne Gedenkmünze aufgelegt, eine kleine aus Bronze, wurde zum Verkauf angeboten. Unser altes, schönes, aus dem Jahre 1898 stammende Feuerwehrhaus mußte natürlich auch laufend renoviert werden. Zur Unterbringung des vollkommen überholten und umgebauten Tanklöschfahrzeuges T-4000 aus den Beständen der Berufsfeuerwehr mußte die Toreinfahrt gehoben und der Mittelträger entfernt werden. Im Dezember 1988 wurde uns dieses Fahrzeug übergeben.

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Übergabe des TLF 4000 durch Stadtrat Kuttenberg an Kdt. BR Ing. Johann Reisinger

Mit 68 Einsätzen im Jahre 1988, 45 Einsätzen im Jahre 1989 und tagelangen Einsätzen und Hilfeleistungen durch die Orkankatastrophe im ersten Viertel des Jahres 1990 bewegen wir uns in Windeseile dem Ende dieses Jahrtausends zu. Eine funktionierende Feuerwehr kann nur durch gute Kameradschaft bestehen. So werden wir weiterhin durch gemeinsame Aktionen auch mit den Nachbarwehren, wie den Besuch von Bällen, diversen Festen, sportlichen Wettkämpfen, Austragung von Bewerben sowie Ausflüge und Wandertage mit den Angehörigen, die Zusammengehörigkeit pflegen.

 


Freiwillige Feuerwehr Ebelsberg/Stadt Linz

© Feuerwehr Ebelsberg

Datum: 26.09.17   Zeit: 07:17

E-Mail: FF Ebelsberg